Archiv

Ironie

Ausdrucksmittel der Ironie

Die einfachste Form der Ironie besteht darin, das Gegenteil von dem zu sagen, was man meint. Wenn der Zuhörer das Gesagte als Ironie versteht, macht er sich sozusagen zum Komplizen des Sprechers, wodurch einer möglichen Kritik an dem Gesagten von vornherein der Boden entzogen wird. Wenn er die Äußerung nicht als ironisch versteht, setzt sich der Zuhörer dem Verdacht aus, nicht klug genug zu sein, den Widerspruch zwischen Aussage und Sachverhalt zu erkennen. Damit wird der Adressat einer ironischen Äußerung in eine auswegslose kommunikative Situation vergleichbar mit dem Double Bind gebracht.

Wer damit rechnet, dass Ironie nicht verstanden werden könnte, wird das, was er sagt, durch besondere Betonung, Gesichtsausdruck oder Gesten begleiten, damit der Zuhörer erkennt, dass das Gesagte ironisch gemeint ist.

Der Satz "Ironie wird immer ohne Probleme erkannt." ist ironisch gemeint.

Im Unterschied zum Humor ist Ironie eher kritisch und erwartet nicht immer, dass der Partner der eigenen Meinung beipflichtet.

Ironie ist nur aus dem Kontext heraus verständlich. Im alltäglichen Umgang ist Ironie weit verbreitet, meist in Gestalt der entgegengesetzten Äußerung. Beispiele

  • Ein Handwerker hat sich mit dem Hammer auf den Finger geschlagen und "jubelt": "Ei, so liebe ich meine Arbeit!"
  • Ein Kollege hat einen Stapel Geschirr fallen lassen, dazu sagt ein Zuschauer: "Prima machst du das!"
  • Ein Familienvater will eine überflüssige Geldausgabe rügen und kommentiert: "Wir haben's ja."

Kinder können Ironie erst in reiferem Alter verstehen, nämlich erst nachdem sie gelernt haben, dass eine falsche Aussage nicht nur Irrtum oder Lüge, sondern auch Scherz sein kann.

Für schriftliche Mitteilungen gilt besonders, dass Ironie nur verstanden wird, wenn der Empfänger kritisch mitdenkt und die Umstände (auch die Denkweise des Schreibenden) hinlänglich kennt. Hat ein Schreiber Zweifel, ob seine Leser Ironie erkennen können, so wird er vorsichtshalber ein ironisch gemeintes Wort mit Anführungszeichen kennzeichnen (Beispiel: oben das Wort "jubelt" ) .

Mehr dazu unten im Abschnitt "Ironie in Printmedien". Mehrere Vorschläge zur Einführung eines eigenen Ironiezeichens konnten sich bis jetzt nicht
durchsetzen.

1 Kommentar 30.6.07 17:00, kommentieren